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-Bad Neuenahr-Ahrweiler- Die Kreisstadt stellt sich vorBad Neuenahr-Ahrweiler, eingebettet in bewaldete Hügel und sonnenbeschienene Weinberge im Tal der Ahr liegt nur wenige Kilometer vom Rheingraben entfernt. Die Nähe zum bedeutendsten Binnenwasserweg des Kontinents, die direkte Anbindung an das internationale Eisenbahnnetz und die kurzen Distanzen zu den Ballungszentren an Rhein, Main und Ruhr bedingen eine günstige Lage, die durch den unmittelbaren Anschluss an die linksrheinische Autobahn A 61 noch verbessert wurde. Der Bindestrich im Stadtnamen kam 1969 mit dem 4. Gesetz über die Verwaltungsvereinfachung im Land RLP; er verbindet zwei im besten Sinne ungleiche Schwestern, die sich mit einer Fülle von Angeboten für Alltag und Erholung zum Wohle der Bürger und Gäste vorteilhaft ergänzen. Die Zentralität der Kreisstadt wird geprägt durch das Kur- und Fremdenverkehrsgewerbe, durch das Einkaufs- und Dienstleistungsangebot, durch Arbeitsplätze - auch auf dem gewerblichen Sektor - und nicht zuletzt durch die Attraktivität als Wohnstandort. Ruf und Bedeutung von Bad Neuenahr Ahrweiler sind in erster Linie begründet durch den Charakter als Kurort und Fremdenverkehrsstadt. Neben Kur und Fremdenverkehr ist der Weinanbau eine weitere tragende Säule für die Wirtschaft unserer Stadt. Fast 300 ha bestockte Rebfläche liegen in den Gemarkungen der Stadt. Kenner schmunzeln beim Klang überörtlich berühmter Lagenamen. Ein besonderer Anziehungspunkt ist die Spielbank Bad Neuenahr, in der Roulette-, Baccara- und Black-Jack-Tische auf eine runde Viertelmillion Besucher im Jahr warten. Geschichtlich betrachtet hat die Stadt bekanntlich viele Wurzeln. Zeugen der Vergangenheit sind überall sichtbar; sie prägen das Erscheinungsbild der Stadt wesentlich mit. Bad Neuenahr-Ahrweiler ist gewiss nicht arm an Baudenkmälern - sei es die Weite einer großen Kirche oder die Enge einer kleinen Kapelle, das malerische Fachwerkhaus oder die dekorative Gründerzeitfassade. Sorgfältiger, mitunter gar liebevoller Bestandspflege gilt stets ein Hauptaugenmerk der Verantwortlichen, die sich darüber hinaus aber auch gewissermaßen einer Fortschreibung der Geschichte verpflichtet fühlen. Vielfältig und verschieden präsentiert sich einem in diesem Zusammenhang die wechselvolle Geschichte der Stadtteile, aus der die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hervorgegangen ist.
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Bad Neuenahr "Nuenahre" war ursprünglich der Name der südlich des Ortes gelegenen und im Jahr 1372 zerstörten Burg und der von ihr beherrschten Grafschaft. Diese Burg wurde zwischen 1200 und 1220 durch Graf Otto von Nuenare auf dem Hohenberg ( Neuenahrer Berg) errichtet. Zur Grafschaft gehörten eine Reihe kleiner Dörfer bis Fritzdorf und Gelsdorf. Historische Verläufe der späteren Stadt sind die Dörfer Wadenheim (992), Hemmessen (1106) und Beul (1374). Nach der Entdeckung der Heilquellen (1852) und der Aufnahme des Badebetriebes wuchsen diese drei Orte zusammen. Ihr gemeinsamer Name lautet seit 1875 "Neuenahr", seit 1927 "Bad Neuenahr". Die Stadtrechte wurden Bad Neuenahr 1951 verliehen. Auf der Grundlage von Mineralwasser (Apollinaris) auf 36 Grad warmer alkalischerdiger, kochsalzarmer und mit einem hohen Gehalt Kohlensäure gebundener Thermen zu Trink- und Badekuren bei Diabetes, Magen- und Darmleiden, Krankheiten der Leber und Gallenwege, sowie bei Funktionsstörungen von Herz und Kreislauf hat sich das Heilbad zu einem internationalen Kurort entwickelt. |
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Nach der Bestätigung der Ahrweiler Stadtrechte anno 1248 durch den Landesherren, den Kölner Erzbischof Konrad von Are-Hochstaden, begannen die Ahrweiler Bürger 1255 mit dem Bau der gewaltigen Stadtbefestigung. Diese Datierung des Baubeginns wird durch zwei Urkunden des Kölner Erzbistums belegt. An der Ahrweiler Stadtmauer mit ihren Toren, Türmen und Wehrgängen baute man zwei Jahrhunderte. Sie ist 1800 Meter lang, 1,20 Meter bis 1,50 Meter dick und 8 Meter hoch. Um die Stadtmauer zog sich ein 30 Meter breiter und 8 Meter tiefer Wassergraben, der stets mit Wasser gefüllt war. Die gesamte Stadtbefestigung besteht noch heute in ihrer ursprünglichen Form. Das 1945 durch einen Bombenangriff zerstörte Ahrtor wurde nach dem Kriege wieder aufgebaut. Das Ahrtor Größtes Stadttor der Ahrweiler Stadtbefestigung, fünfgeschossiger Torturm mit zwei flankierenden dreigeschossigen Halbtürmen, schmale Schieß-Schlitze, Rechteckfenster, äußerer Torbogen mit Trachyt und Blende, darüber Nische mit Muttergottesfigur, Fallgitterschlitz. Tordurchgang unter Halbkreistonne, innen vielfugiges Hochrelief "Kreuztragung" ( 16. Jh.), darüber Flachrelief "Reiterzug in bergischer Landschaft", nach Brand im Jahre 1689 Walmdach. Am 29. Januar 1945 wurde das Ahrtor durch Bomben zerstört, unter großer Opferbereitschaft der Bürger bis 1958 wieder aufgebaut; hier wurden ein westlicher Wehrgang und beiderseits Verkehrsdurchgänge geschaffen. Die Schutzpatronin der Ahrhut ist St. Barbara. Das Niedertor östlicher Torturm der nach der Bestätigung der Stadtrechte 1248 erbauten Stadtbefestigung (13./15. Jh.). Mittelturm viergeschossig mit geschiefertem Mansardendach, 2 Flankierungstürme, Figur der hl. Katharina von Alexandria, der Schutzpatronin der Niederhut. Im Torweg Tonnengewölbe, Eichenholz-Torflügel, zwei Fallgitterschlitze, Muttergottesfigur in barockem Holzkasten ( um 1700 ) und Relief "Christus an der Geißelsäule" (um 1500). Das Adenbachtor auch Winzertor und nach der Schutzpatronin der Adenbachhut auch Marientor genannt. Quadratischer, innen offener Wachturm der im 13./15.Jh. erbauten Stadtmauer. Bruchstein, spitzbogiger Tordurchgang und Blende auch drachenfelser Trachyt, Fallgitterschutz, Torflügel 16./17. Jh. mit Andreaskreuz und Schlußpförtchen. Oberbau am 1. Mai 1689 eingeäschert, 1974 wieder aufgebaut. Das Obertor auch Giesemer Porze (Tor) genannt.. Westlicher Torturm der Stadtbefestigung, viergeschossig mit ausgekragtem Obergeschoss, vier Ecktürmchen und spitzem Walmdach. Außen Spitzbogentor, Fallgitterschlitz, Pechnase, 3 eingemauerte Steinkugeln zum Gedenken an die Belagerung durch die burgundischen Truppen Karls des Kühnen 1476. Figur der hl. Ursula mit Schutzmantel, Patronin der Oberhut. Die Wehrtürme der Ahrweiler Stadtbefestigung Der Kanonenturm im südlichen Teil der Stadtmauer ist ein Halbturm; im Erdgeschoss ist er mit einer Kuppel überwölbt; auf dem Turm stehen zwei mittelalterliche Kanonen. Im Mauerbereich zwischen Obertor und Ahrtor befinden sich zwei fünfgeschossige Halbtürme, von denen der erste in das sog. Schlösschen (Schlößchenturm) der Ehrenwall'schen Anstalt einbezogen und mit einem hohen Dach versehen wurde. Der zweite Halbturm, der sog. Bitzenturm ist nach innen offen. Die Geschossteilung erfolgte durch einfache Balkenlagen. Erdgeschoss und erstes Obergeschoss haben drei kleine Schlitze, die in flachbogigen Nischen liegen, das zweite Obergeschoss hohe, spitzbogig überdeckte Schlitze. Von den beiden, wohl dem späten Mittelalter angehörenden Obergeschossen, hat das untere rechteckige Fensterchen in Flachbogennischen mit Sitzbänken, das obere wechselnd Zinnenfenster und Schlitze. Aus der Geschichte der Kreis- und Rotweinstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler 2000 - 1000 v. Chr. In der Bronzezeit siedelten im hiesigen Gebiet Lößbauern, die ihre Toten verbrannten und in Urnen beisetzten. Solche Urnengräber wurden bei Meckenheim gefunden. 1000 v. Chr. Während der sogenannten ersten Eisenzeit oder Hallstattzeit, lebte hier eine ligurisch-keltische Bevölkerung, die in der zweiten Eisenzeit oder Latene-Zeit (ca. 300 v. Chr.) von den vom Norden vordringenden Germanen bedroht wurde. Die Kelten bauten Wall- und Fliehburgen, um den Germanen Widerstand zu leisten. Eine solche keltische Wall- und Fliehburg befand sich im Süden des Ahrweiler Stadtwaldes, heute noch "alte Mauer" genannt. 58 v. Chr. eroberten die römischen Truppen Caesars unsere Heimat. Der Rhein bildete dann 500 Jahre lang die Grenze zwischen dem römischen und dem germanischen Gebiet. Ausgrabungen belegen, dass römische Siedlungen Ursprung unsrer Stadt sind. Bisher fand man hier 4 römische Landhäuser, überreste römischer Wasserleitungen, zahlreiche römische Münzen, sowie eine römische Eisenschmelzersiedlung (1. bis 4. Jh.). Beim Bau der Umgehungsstraße Ahrweiler B 267 entdeckte man im März 1980 am Fuße des Silberberges die Fundamente einer Mitte des 1. Jahrhunderts nach Chr. erbauten und mit Badetrakt und Hypokaustheizung ausgestatteten römischen Portikusvilla ( Römervilla - Museum seit 1993 ) von beträchtlichem Ausmaß. Das Denkmalamt Koblenz übernahm die Ausgrabung dieses wissenschaftlich außerordentlich bedeutsamen Fundes und legte die hervorragend erhaltenen und z. T. mit bemaltem Wandputz versehenen Grundmauern frei. Die Farbqualität der kassettenförmigen Ausmalungen und der figürlichen Darstellung ist beeindruckend und wird von allen Fachleuten als einmalig nördlich der Alpen bezeichnet. Die zahlreichen Räume sind mit Estrichböden ausgestattet. Keramikfunde weisen aus, dass die Villa um das Jahr 260 n. Chr. durch einen Brand stark beschädigt und Ende des 4. Jh. n. Chr. endgültig aufgegeben wurde. Als sich die römischen Truppen 406 n. Chr. aus unserem Gebiet zurückzogen, eroberten die Franken ( Volksstamm der Ripuarer )unser Land. Das Grundwort des Stadtnamens Ahrweiler "Wilre" deutet auf eine Siedlung der merovingischen Ausbauperiode ( 6. Jh.) hin. 856 Königsgutbeleg in Giesenhoven ( ehemalige Siedlung vor dem Obertor - später zur Stadt Ahrweiler gehörig). 886 Erwähnung von Geroldshoven am Fuß des Calvarienberges. 893 n. Chr. erstmalige urkundliche Erwähnung des Winzerdorfes "Arwilre" in einem Güterverzeichnis der Abtei Prüm. Nach dem Urbar besaß Prüm in Ahrweiler einen Herrenhof mit 50 Morgen Ackerland, 76 Morgen Weinberge, eine nicht näher bezeichnete Fläche Wald sowie noch 24 Höfe und war somit reichster und einflussreichster Grundherr, sowie Gerichts-, Markt-, Kirchen- und Schulherr in Ahrweiler und belehnte nach 1100 die Grafen von Are mit den Vogtsrechten. 992 erste urkundliche Erwähnung Wadenheims - 1076 bis 1802 gehörte die selbstständige Pfarrei Wadenheim zum Erzbistum Köln. 963 Erster Gütererwerb der späteren Grafen von Are. 1044 Kirche im Dorf Ahrweiler wird von König Heinrich III. als Besitz des Klosters Prüm bestätigt. 1106 erste urkundliche Erwähnung Hemmessens. 1156 erste urkundliche Erwähnung Beuls. 1204 Erwähnung einer Pfarrkirche "Parochia Arwuilere". 1225 Nennung des Begriffs "nouwinare" für Berg, Burg und Grafschaft Neuenahr. 1225 - 1358 Landesherrschaft der Grafen von Neuenahr. 1228 Graf Lothar von Are-Hochstaden erteilt den Bürgern in Ahrweiler Privilegien. 1241 Ahrweiler ist Pfarrei. 1242 n. Chr. Im Streit zwischen den Staufen und den Welfen schloss sich unser Landesherr Graf Theoderich IV., Neffe des Erzbischof Konrad von Are-Hochstaden, der Welfenpartei an. Da gab König Konrad IV. 1242 seinem Vasallen Gerhard von der Landskrone den Befehl, das welfenfreundliche Dorf Arwilre zu verbrennen. Dieser Brand äscherte alle Häuser und auch die schon am 25.07.1044 von König Heinrich III. dem Kloster Prüm als Eigenbesitz bestätigte Kirche im Dorf Arwilre ein. 1246 n. Chr. starb Graf Theoderich IV kinderlos und der Onkel Friedrich, Dompropst in Köln, wird als älterer Bruder des Erzbischofs Erbe der schönen Grafschaft. Friedrich aber schenkte das reiche Erbe dem Erzstift Köln, und so wird sein Bruder, Erzbischof Konrad von Are-Hochstaden, unser Landesherr. Er änderte nichts an den Prümer Rechten. Ahrweiler wurde wieder aufgebaut und erhielt die Stadtrechte, verbunden mit dem Vier-M-Rechten ( Mauer-, Markt-, Mauth- und Münzrecht). 1248 n. Chr. werden die Stadtrechte bestätigt. Ferner wird Ahrweiler wegen seiner politischen und strategischen Bedeutung neben Bonn, Neuß und Andernach Mittelhauptstadt von Kurköln. Landesherr ist der Kurfürst von Köln. Zum Stadtgebiet von Ahrweiler gehören die Stadtteile Bachem, Walporzheim und Marienthal. Diese haben den gleichen Status wie die vier Huten innerhalb der Stadtbefestigung. Ahrweiler bleibt 550 Jahre bis 1794 dem Erzstift bzw. Kurfürstentum Köln zugehörig. 1255 n. Chr. begannen die Ahrweiler Bürger mit dem Bau der gewaltigen Stadtbefestigung, die bis heute fast vollständig in ihrer ursprünglichen Form ergalten ist. 1269 - ca. 1350 erfolgte der Bau der gotischen Hallenkirche St. Laurentius Ahrweiler durch die Abtei Prüm. Bis 1804 besetzte Prüm die Pfarrstellen mit Klerikern aus den eigenen Reihen. 1277 Erstbeleg für die Ahrweiler Stadtgemeinde. 1290 Erstnennung des Marktes. Um 1350 Nennung der innerstädtischen Viertel Oberhut, Adenbachhut, Ahrhut und Niederhut. 1358 - 1425 Landesherrschaft der Grafen von Neuenahr-Saffenburg. 1365 ältestes Siegel Ahrweilers überliefert. 1372 Zerstörung der Burg Neuenahr durch Ahrweiler Schützen und Kölner Truppen. 1382-1546 unterstand die Grafschaft der Oberhoheit Kurkölns. 1395 Erstes "Weistum" für Ahrweiler durch Erzbischof Friedrich von Saarwerden. Ein Weistum verzeichnet die Pflichten und Rechte von Landesherr und Untertanen. 1425 - 1546 Landesherrschaft der Grafen von Neuenahr-Saffenburg-Virneburg. 1546 - 1609 Herzog von Jülich ist Graf von Neuenahr. 1625 Errichtung des Franziskanerklosters Kalvarienberg 1609 - 1742 die Grafschaft Neuenahr gehört zusammen mit Jülich zu Pfalz-Neuburg an der Donau. Im Dreißigjährigen Krieg ( 1633 -schwedischer General Baudissin , 1642, 1646 - franz. Truppen ) wurde die Stadt von Feinden belagert, geplündert und gebrandschatzt. In erster Linie aufgrund seiner 800 Morgen Weinberge, seiner Zünfte und seiner Viehzucht war Ahrweiler das ganze Mittelalter hindurch eine wohlhabende Stadt. Im Jahre 1659 z. B. hatte Ahrweiler mit seinen ca. 3000 Einwohnern die gleiche Steuerlast zu tragen wie die schon damals 20.000 Einwohner zählende ebenfalls kurkölnische Mittelhauptstadt Bonn, d. h. in beiden Fällen 3.646 Gulden. 1689 n. Chr. Der 1./2. Mai 1689 wurde zum "Dies ater", zum schwärzesten Tag in der 2000-jährigen Geschichte Ahrweilers. Die Franzosen, unzufrieden mit dem, was ihnen der westfälische Frieden ( 1648 ) als Siegesbeute des 30-jährigen Krieges zugestanden hatte, führten unter Sonnenkönig Ludwig XIV. drei Raubkriege. Im dritten französischen Raubkrieg (1688-1697) besetzten sie das Ahrtal und brannten am 1./2. Mai 1689 die befestigte Stadt Ahrweiler nieder. Als französische Quartierhäuser wurden nur 10 Häuser vor diesem Inferno bewahrt. Einige weitere Häuser wurden nicht völlig zerstört und konnten später restauriert werden. Heute genießen diese Häuser liebevolle Pflege und sind neben der Stadtbefestigung und der Pfarrkirche Aushängeschild Ahrweiler Stadtgeschichte. 1742 fällt der gesamte Besitz an die Kurpfalz. 1775 älteste erhaltene Katasterkarte von Ahrweiler ( im Museum). 1777 Weihe der Kapelle im "Weißen Turm". 1797-1814 ist Ahrweiler Kantonstadt unter französischer Herrschaft. Das linke Rheinufer ist französisches Staatsgebiet. Kanton Remagen, Arrondissement Bonn, Departement Rhein und Mosel. 1815 n. Chr. Der Wiener Kongress vereinigte am 10. Februar 1815 die Rheinlande mit dem Königreich Preußen, 1816 wurde Ahrweiler Hauptstadt des Kreises Ahrweiler, der ständig und bis zur Gegenwart zum Regierungsbezirk Koblenz gehört. Seit 1824 gehört die Pfarrei Wadenheim zum Bistum Trier. 1845 wird Ahrweiler nach der preußischen Gemeindeordnung Bürgermeisterort. Von hier aus werden 16 Ortschaften des Umkreises mitverwaltet, hierunter auch Wadenheim, Beul und Hemmessen, die 1875 den Namen Neuenahr und eine eigene Bürgermeisterei erhalten. 1929 erhält Neuenahr des Status des Bades und 1951 die Stadtrechte. 1852 Entdeckung des Apollinarisbrunnen durch Georg Kreuzberg. 1857 Gründung der ersten Badegesellschaft in Neuenahr 1858 Einweihung der Augusta-Victoria-Quelle 1859 ( 31. Mai) Eröffnung der ersten Kursaison. 1872 Einweihung der Martin-Luther-Kirche 1894 Einweihung der Ahrweiler Synagoge. 1899/1907 Bau der kath. Kirche Mariae Rosenkranz, Turm ca. 60 m 1903 Eröffnung des Kurhauses 1927 Eröffnung des Lenne´-Parks 1939-1945 Ahrweiler wird durch den 2. WK stark zerstört. Nach der NS-Herrschaft wohnen in Ahrweiler keine Juden mehr. 10.11.1938 Zerstörung der jüdischen Synagoge. Seit 1947 Ahrweiler gehört zum Bundesland Rheinland-Pfalz. 1948 Eröffnung des Spielcasinos 1969 Durch Landesgesetzt vom 07.06.1969 wurden die beiden Städte Ahrweiler und Bad Neuenahr zusammengelegt. Im Namensstreit unterlag Ahrweiler; der im Gesetzentwurf vorgesehene Name Ahrweiler-Bad Neuenahr wurde zu Bad Neuenahr-Ahrweiler umgestellt. 1978 Das traditionsreiche Ahrweiler Rathaus wird aufgelöst und die gesamte Stadtverwaltung im Stadtteil Bad Neuenahr in dem ehemaligen Hotel Flora untergebracht. Das Ahrweiler Rathaus Schon im 14. Jh. gab es in Ahrweiler ein Rathaus, das in den alten Geschichtsquellen als "Helle" ( Halle) und ab dem 16. Jh. als "Bürgerhaus" bezeichnet wird. Es stand auf der Südseite der Kirche und war ein zweistöckiger Fachwerkbau und hatte im oberen Stockwerk einen Brückensteg zur Empore der Kirche. Dieses schmucke Gebäude wurde beim großen Brand 1689 eingeäschert. Danach baute man etwas südlicher ein schlichteres Bürgerhaus ohne Brückensteg zur Kirche. Das 1566 errichtete Fachwerkhaus der Stadtwache wurde ebenfalls ein Raub der Flammen. Das dann zunächst errichtete einfachere Hais wurde 1770 durch einen zweigeschossigen Spätrokokobau mit Mansardendach und gebrochenem Giebel ersetzt. Von 1797 bis 1907 diente dieses Haus als Ahrweiler Rathaus und Bürgermeisterwohnung. Im Jahre 1907 bezog man das zuvor von der Familie Staud gekaufte, renovierte und erweiterte Haus Ecke Marktplatz / Altenbaustraße neben der "Alten Post". Vor dem großen Brand von 1689 stand hier der Maastrichter Hof und dahinter das städtische Hospital. Im Zuge der 1969 verfügten Zusammenlegung der beiden Städte Ahrweiler und Bad Neuenahr wurde das traditionsreiche Ahrweiler Rathaus 1978 aufgelöst und die Stadtverwaltung nach Bad Neuenahr abgezogen. Die ältesten Häuser in Ahrweiler Der deutsche Hof in Ahrweiler - ( Johannes-Müller-Straße) Der Jubilar unter diesen Häusern, in heutiger Form erbaut vor 400 Jahren, anno 1581. Der 1190 entstandene Deutschritter-Orden wurde 1191 von Papst Clemens III anerkannt. Erster Ordensmeister war Walpot von Bassenheim, der auch in Ahrweiler einen Hof besaß, der Besitz der Deutschritter wurde und wie alle Einzelsiedlungen "Kommende" hieß. - heute: Weinhaus Deutscher Hof, Tel.: 903919, Fax: 901920. Das Wolff`sche Haus, erbaut 1621 (Niederhutstr - Uhren Wolff) Dieses Wohn- und Geschäftshaus gehört zu den sehenswertesten Gebäuden des mittelalterlichen Ahrweiler. Es wurde erbaut vom Ratsherrn Henricus Hartmann und seiner Frau Dorothea Wolffs. Als Offiziersquartier blieb das Haus von der Feuerbrunst 1689 verschont und diente später auch als Gerichtsgebäude. Es ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit dem aus einem Achteck konstruierten Erker und Barockhaube. Sehenswert die Strebebalken mit altem rechgeschmückten Schnitzwerk. Das Zunftwesen im alten Ahrweiler Die Vorgänger der Zünfte im mittelalterlichen Ahrweiler waren die Bruderschaften mit religiös-kirchlichem Charakter. Gleich nach der Stadtgründung wurde 1249 die Heilig-Geist-Bruderschaft gegründet. Nach dem Sieg der Ahrweiler Schützen über den Raubritter Johann von Neuenahr im Jahre 1372 entstand 1373 die Marienbruderschaft der Winzer. In den Folgejahren schlossen sich die Handwerker zu Zünften zusammen, z. B. die Fassbinderzunft und die Zunft der Fleischhauer 1431, die Hammerzunft 1549, die Zunft der Schmiede, Zimmerleute, Schreiner, Kannengießer, Maurer, Leiendecker, Steinhauer, Schlosser, Goldschmiede, Sägeschneider, Armbrustmacher, Harnischmacher und Brunnenleger, etwas später, 1560, wurde die Zunft der Schneider gegründet, welcher Schneider, Pelzer, Hutmacher, Schuster und Weber angehörten. Die Bäcker, Müller und Fleischer hatten eine eigene Zunft. Zu Beginn des 19. Jh. wurden die Zünfte in die heutige Form der "Innungen" überführt. Die Ahrweiler Märkte des Mittelalters Mit der Verleihung der Stadtrechte an Ahrweiler um das Jahr 1248 erhielt die Stadt mit den Vier-M-Rechten ( Mauer-, Markt-, Mauth- und Münzrecht) auch das Marktrecht. Dieses Marktrecht wurde vom Kloster Prüm als dem Marktherrn von Ahrweiler wahrgenommen. Die Wochenmärkte fanden während des ganzen Mittelalters jeden Donnerstag statt. Hier boten die Bauern der Stadt und aus der Umgebung ihre Landwirtschaftlichen Erzeugnisse an. Auch die Handwerker und Kaufleute hielten ihre Waren feil. Außerdem gab es 4 besonders große "Jahrmärkte" ( an Maria Lichtmess 2. Februar,; an Servatius 13. Mai; an St. Laurentius 10. August und an St. Severin 23. Oktober). Auch heute gibt es noch vierteljährlich Markttage auf dem Ahrweiler Marktplatz. (Halbfastenmarkt - Pfingstmarkt - Sommermarkt - Laurentiusmarkt - Herbstmarkt - Martinimarkt - Weihnachtsmarkt - Die 12 Mühlen im mittelalterlichen Ahrweiler Dinkel und Weizen mahlten die Mühlen zu Backmehl, aus Hafer wurde Hafermehl und Hafergrütze, Gerste wurde geschält und zu Gries bereitet. Einige Mühlen mahlten die Lohe, welche bei den 7 Ahrweiler Gerbereien gebraucht wurde. Die &Öuml;lmühlen schlugen aus Raps und Bucheckern das wertvolle Speiseöl. Eine Mühle stampfte Tabak, eine andere mahlte Knochen. Sieben der 12 Ahrweiler Mühlen waren im Besitz des Adels und der Klöster. Georg Kreuzberg geboren am 02.August 1796 ( * 24.12.1873) als siebtes Kind des Kaufmanns und Weinhändlers Peter-Josef-Kreuzberg, nahm 1815 am Kampf gegen Napoleon in Frankreich teil, wurde Kaufmann und Weinhändler und entdeckte 1852 die Apollinaris-Quelle im damals östlichen Teil der Stadt Ahrweiler, welcher 1875 den Namen Neuenahr und 1929 den Status des Bades erhielt. Schon bald nach der Entdeckung wurde das natürliche APOLLINARIS Mineralwasser in Tonkrügen mit der Aufschrift APOLLINARIS BRUNNEN M. W. GEORG KREUZBERG . AHRWEILER . RHEINPREUSSEN weithin und nach vielen Ländern der Erde verkauft. Nach Entdeckung der Heilquellen im Jahre 1856 gründete Georg Kreuzberg die "Kurbetrieb Neuenahr AG". In den Notjahren 1856 bis 1858 errichtete er Volksküchen, wo Mittellose unentgeltlich ein warmes Mittagessen erhielten. Der sich bildenden neuen Gemeinde "Neuenahr" stiftete er wenig später ein modernes Krankenhaus (<<--zurück) Beethoven in Ahrweiler Die politisch und sozial engagierte und im alten Ahrweiler hochangesehene Patrizierfamilie Schopp stellte im 18. Jh. in zwei Generationen die Bürgermeister. Der 1754 geborene Hermann Josef Schopp trat die Nachfolge seines Vaters Matthias Schopp im Amte des Bürgermeisters an, Bruder Anton Josef, geb. 1759, wurde Apotheker und erhielt 1791 die kurfürstliche Erlaubnis, eine eigene Apotheke in Ahrweiler zu betreiben. Bruder Johannes Wilhelmus Schopp, geb. 1757, trat in den geistlichen Stand und lebte als Kanoniker in Bonn im Kanonikerpalais am Münsterplatz, nur wenige Schritte von der Münsterkirche entfernt, wo er oft und virtuos die Orgel spielte. Dort und in der nahegelegenen Hofkirche machte er den Knaben Ludwig van Beethoven mit der Technik des Orgelspielens bekannt. So begann die musikalische Bekanntschaft zwischen der Bonner Hofmusikerfamilie van Beethoven und der musikbegeisterten Ahrweiler Bürgermeisterfamilie Schopp. Das Archiv im Bonner Beethovenhaus weist aus, dass Ludwig van Beethoven bereits 1781 als 12-jähriger in Begleitung seines Vaters Johann Beethoven auf Einladung der Familie Schopp in Ahrweiler musizierte. Der überlieferung nach war u. a. das Haus Peter Palm, Niederhutstraße 15, Ort des Auftrittes Ludwig van Beethoven in Ahrweiler. Die Ahrweiler Kloster- und Adelshöfe im Mittelalter Die Klosterhöfe: seit 1907 Ahrgaumuseum (
Museum der Stadt Bad
Neuenahr-Ahrweiler) Der weiße Turm - auch der "Alte Bau" und Staffeler Turm genannt, dreigeschossiges gotisches Turmhaus des 14. / 15. Jh., aus verputztem Bruchstein, gotischer Spitzturm, um 1663 durch ital. Barockhaube mit laternenartigem Aufsatz ersetzt, Wetterfahne mit Postkutsche. Hier einst römisches Landhaus, fränkischer Meirhof, später Herrensitz berühmter Adelsgeschlechter, darunter der Ritter von Staffel. Nach 1689 den "Weißen" Mönchen der Prämonstratenser-Abtei Steinfeld geschenkt. Im 19. Jh. städtischer Besitz, 1860 höhere Bürgerschule. Neugierige Besucher werden hier im mittelalterlichen Ahrweiler über den Aufstieg des Kurbades Neuenahr, die Versandgeschichte des Apollinaris-Mineralwassers und den Beginn des Tourismus im Ahrtal im 1. Drittel des 19. Jh. informiert. Skulpturen, Gemälde, Graphiken und Volkskundliches vom 12. bis 20. Jh. geben den Eindruck vom Kunstschaffen und der religiösen Kultur des Ahrtals. Ein breit gefächertes Angebot an Sonderausstellungen und museumspädagogischen Aktivitäten ergänzt das Angebot und macht das Museum für ein breites Publikum interessant. Eine Besonderheit ist der Stuckaltar des heiligen Hermann-Josef. Der Altar wurde zusammen mit einem kleinen Kapellenraum 1990 im Zuge der Sanierungsarbeiten am Museumsgebäude wiederentdeckt und restauriert. &Öuml;ffnungszeiten: Di.-So., 10.00 - 17.00 Uhr, Adresse: Stadtteil Ahrweiler, Altenbaustraße 5, Tel.: 02641/3 15 16 Das Kloster Prüm - Grund-, Gerichts-, Markt-, Kirchen- und Schulherr im mittelalterlichen Ahrweiler. Das Einkünfteverzeichnis ( Urbar ) der Benediktinerabtei Prüm aus dem Jahre 893, in welchem das Winzerdorf Ahrwilre erstmals urkundlich erwähnt wird, weist aus, dass diese Abtei reiche Besitzungen in den Regierungsbezirken Trier, Koblenz, Montabaur, Rheinhessen, Rheinpfalz, Köln und Aachen sowie im heutigen Luxemburg, Lothringen, Belgien und Holland hatte. Nach dem Urbar besaß Prüm in Ahrweiler einen Herrenhof mit 50 Morgen Ackerland, 76 Morgen Weinberge, große Waldflächen sowie 24 von hörigen Bauern (Höfnern) bewirtschaftete Höfe und war somit größter und einflussreichster Grund-, Gerichts-, Markt-, Kirchen- und Schulherr im mittelalterlichen Ahrweiler. Die Abtei Prüm belehnte die tüchtigen Ahrweiler Winzer mit ihren äckern und Weinbergen und erhielt als Gegenleistung von seinen sogenannten Zehnt- und Zinsbauern einen festgelegten Teil der Ernte. Der Prümer Herrenhof, einst fränkischer Königshof, noch früher römischer Landsitz, war seit der karolingischen Zeit über 300 Jahre der "Alte Bau" ( Weißer Turm). Das erste Wappen links im Flur des Ahrgaumuseum Weißer Turm zeigt das prümsche Wappen, das Agnus Dei mit Fahne. Ein Drittel des städtischen Geländes innerhalb des Mauerrings gehörte dem Kloster Prüm, außer dem Alten Bau und den zugehörigen Wirtschaftsgebäuden (Zehntscheune, Kellereien u. a. ) auch Pfarrhaus und Pfarrgarten, Kirche mit Kirchhof, Markt und Häuserkranz um den Marktplatz. Die Ahrweiler Bürger haben die große Bedeutung der Benediktinerabtei Prüm, die über 1000 Jahre in engstem wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und kirchlichen Beziehungen zu Ahrweiler stand und ihm das Gepräge gab, stets dankbar anerkannt. Zehntscheuer (niedriger Bruchsteinbau mit hohem Walmdach, im Keilstein der Toreinfassung die Jahreszahl 1742) des Klosterhofs der Abtei Prüm für die Naturalabgaben der Lehnsbauern. Feldzehnt: Getreide, Obst, Wein, Flachs, Holzpfähle, Schindeln, Blutzehnt: Vieh, Milch, Hühner, Eier. Naturalabgabe vielfach durch Geld abgelöst. Weitere Kloster-und Stiftshöfe: (in Klammern deren Standorte) Prümer Hof ( 1. im alten Bau, 2. auf dem Markt); Steinfelder Hof ( 1. Gierenzheim, 2. Wehrscheid, 3. Alten Bau); Klosterrather Hof ( Rodderhof); Maastrichter Hof des Stiftes Servatius ( 1. Giesenhofen, 2, am Obertor, 3. Garten des 1978 aufgelösten Ahrweiler Rathauses); Marienthaler Häuser ( Wolfsgasse), Wolfsgässchen); Münstereifeler Jesuiten ( in der Plätzerstraße 14); Dürener Jesuiten ( Hotel "Drei Kronen"); Essener Hof des fürstlichen Stiftes Essen ( Ahrhutstraße Haus Porz ); Gereonshof des Kölner Stiftes St. Gereon (Niederhut Haus Jaenisch); Kloster Schweinheim (Alten Bau und Steinfelder Gässchen); Kloster Niederehe (Niederhut, Haus Uthoff); St. Peter Domhof der Kölner Domherren (St. Peter Walporzheim); Laacher Hof (in Walporzheim). Die Adelshöfe Der Blankenheimer Hof Wie der Abtei Prüm unter den 12 Klosterhöfen von überragender Bedeutung war, so war dies der Blankenheimer Hof unter den 12 Adelshöfen. Während der Abtei Prüm im mittelalterlichen Ahrweiler die kirchliche Gerichtsbarkeit (Sendrecht = kirchliches Sitten- und Rügegericht ) oblag, hatten die Grafen von Blankenheim die weltliche Gerichtsbarkeit ( Hofgedinge ) inne, wozu der Blankenheimer Hof 10 Geschworene stellte, welche alljährlich am zweiten Montag nach Johannismittsommers ( 24. Juni ) die Hofgedinge abhielten. Auch das Blankenheimer Hofgedinge fand bei guter Witterung im Hofe unter den Bäumen statt. Im Jahre 1752 wurde der inzwischen 500 Jahre alte, im Dreieck Schützbahn - Am Teich -. Auf der Rausch gelegene Blankenheimer Herrenhof abgerissen und durch einen Barockbau an gleicher Stelle ersetzt. Im 19. Jh. war die gräfliche Familie Meinsöth Besitzer dieses Blankenheimer Hofes, welcher vor der Jahrhundertwende von dem als Amtmann bei dem Amtsgericht Ahrweiler tätigen Herr Masson käuflich erworben wurde. Das Masson`sche Haus wurde 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. Die Ahrweiler Adelsfamilien Von den Adelsfamilien gehörten dem eingeborenen Adel die Ritter von Ahrweiler, von Adenbach, von Bachem, von Walporzheim, Blankart und Kolwe an. Die Ritter von Adenbach mussten dem Adenbachtor weichen und bauten einen neuen Herrenhof in Gierenzheim. Die Ritter von Bachem hatten eine eigene Burg unweit der Ahr, die zunächst an die Familie Blankart, danach an die Herren von Eltz kam, welche auch die Himmelsburg besaßen. Der Blankartshof lag am Ahrtor ( heute Ahrtorapotheke , später ( 14. Jh. ) erbten die Ritter Blankart den "Fischerischen Hof", der heute "Blankartshof" genannt wird. Der Kolwenhof lag vor dem Adenbachtor ( heute Hotel Adenbach ). Als auswärtige Adelsfamilien besaßen in Ahrweiler Herrenhöfe mit Weingarten: die Grafen von Blankenheim (Schützbahn); im Alten Bau wohnten nacheinander die Ritter von Staffel, von Langenau, von Forst, von Nagel, von Eltz, von Mechernich und von Stein und Kallenfels; ferner der Bourscheidt-Büllesheimer Hof ( Wehrscheid / Kanonenwall ); Orsbeck`sche Hof ( Plätzerstraße ); Harff`sche Hof ( östlich des Kolwenhofes); Velbrückscher Herrenhof ( ehem. Weinbauverein Adenbachhut ) und der Laacher Hof ( Walporzheim ). Die St. Laurentius Pfarrkirche in Ahrweiler Als der Staufenritter Gerhard von Sinzig anno 1242 Ahrweiler im Auftrag König Konrads IV. niederbrannte, wurde auch die Kirche eingeäschert. Nachdem der wiederaufbau in Ahrweiler zügig voranging, der Kölner Erzbischof Konrad von Are-Hochstaden Ahrweiler die Stadtrechte verleihen und Ahrweiler mit dem Bau einer gewaltigen Stadtbefestigung begonnen hatte, entschied sich auch die Abtei Prüm als Zehntherrin von Ahrweiler für die Errichtung eines neuen Gotteshauses und begann 1269 mit dem Bau einer großzügig angelegten Kirche, in zur damaligen zeit revolutionärer Bauweise, einer gotischen dreischiffigen Hallenkirche, der ersten Hallenkirche des Rheinlandes. Der Turm ist ein Oktagon mit Giebelkranz, Größe des Innenraumes 44,20 m Längen, 20,80 m Breite. Beim großen Ahrweiler Brand vom 1./2. Mai 1689 wurden zwar Dach, Helm des Turms und Inneneinrichtung zerstört, jedoch in den folgenden Jahrzehnten in früherer Forme wieder hergestellt. An diesem Bau, wie er um 1350 meisterhaft fertiggestellt wurde, haben die späteren Zeiten fast nichts verändert. <<- zurück Die Ahrweiler Monstranz ( um 1400 ) Als die offizielle Ausstellung zum Eucharistischen Weltkongress in München 1960 die schönsten Kostbarkeiten der Eucharistie aus allen deutschen Domen und Kirchen vereinte, stand die "Ahrweiler Monstranz" nicht nur im Alphabet, sondern auch in der Reihenfolge der ausgestellten Monstranzen des Erzbischöflichen Dom- und Diözesanmuseums im Vordergrund. Die Monstranz der St. Laurentiuskirche Ahrweiler hat die Form der gotischen Turmmonstranz und ist ein Höhepunkt der Feinschmiedekunst im späten 14. Jh. : Silber, vergoldet, 61 cm hoch. Sie strebt hervor aus einem Achtfußblatt, der Schaft ist umziert von einem rechbesetzten Knauf. Das zylindrische, kuppelförmig überwölbte Schaugefäß ist umstellet von einem zweifachen Kranz von Strebepfeilern. Sie steigen auf, außen bis zur halben Höhe, innen bis zum Dach des Turmes, der an das Schaugefäß krönt. Strebewerk und Krabben sind gotische Bauelemente, aufs Zierlichste aufgespalten aus den feinen Säulen und Fialen, die Kanten sind aufgelöst in Blattwerk. Der innere Kranz ist besetzt von Apostelgestalten und dem Antlitz Christi. Gepunzte Rosetten in Emaille sind Schmuckwerk wie die vier Gestalten im Aufsatz, schließlich auf dem Turmhelm am Bügelkreuz doppelseitig der Gekreuzigte. Im oberen Baldachin St. Laurentius, der Patron der St. Laurentius-Pfarrkirche Ahrweiler. Die Ahrweiler Wein- und Winzerfeste Während des ganzen Mittelalters (800 - 1600) war der 800 Morgen große Weinbergsbesitz der Stadt Ahrweiler zu 80 % in den Händen von 12 Adels- und Klosterhöfen. Die Abtei Prüm besaß allein 76 Morgen Weinberge. Als Pfarrherr von Ahrweiler gehörte ihr auch das Wittumsgut der Kirche, das u.a.14 Morgen Weinberge umfasste. Die Adels- und Klosterhöfe belehnten durchweg mit den Weinbergen Ahrweiler Winzer, die den Weinberg sachverständig bebauten und meistens ein Drittel der Trauben ihrem Lehnsherrn ablieferten. In den Jahren, in denen der Winzer den Weinberg "mistete", d.h. mit Stalldünger versah, durfte er die ganze Ernte behalten. Als die Naturalwirtschaft allmählich durch die Geldwirtschaft abgelöst wurde, verkauften die oft in Geldnot befindlichen Lehnsherren mehr und mehr ihre Weinberge an die fleißigen und sparsamen Winzer, die um das Jahr 1700 ca. 80 % der Weinberge besaßen. Die Franzosenzeit ( 1794 - 1814) brachte durch vollständige Aufhebung der Lehnsherrschaft und der Erbuntertänigkeit keine große Veränderung mehr, da die Ahrweiler Bürger bereits seit mehreren Generationen zu 80 % Eigentümer ihrer Weinberge waren. In den zwanziger Jahren des 19. Jh. begannen einheimische Weinhändler, die Trauben der Winzer aufzukaufen und zu vermarkten. Diese Weinhändler versuchten natürlich, die Trauben so preiswert wie möglich einzukaufen, so dass die Einnahmen der Winzer oft die Kosten nicht decken konnten. In dieser Situation riet der Landtagsabgeordnete Bresgen den Ahrwinzern zur Gründung von Winzervereinen auf genossenschaftlicher Basis. So entstanden 1868 der Mayschoßer Winzerverein ( die erste Winzergenossenschaft der Welt), 1871 der Walporzheimer Winzerverein ( zweitältester Winzerverein Deutschlands ), 1874 der Ahrweiler Winzerverein ( seit August 1999 auch Museum - AhrWeinForum ), 1878 der Bachemer Winzerverein und 1883 der Marienthaler Winzerverein. ( 1873 Winzerverein und Weinbauverein Dernau - seit 1970 Fusion der beiden Vereine, in den Folgejahren Anschluss der Winzergenossenschaft Bad Neuenahr, Bachem, Heimersheim und Rech - seit 1993 "Ahr Winzer eG"). Basierend auf dieser über 1000-jährigen Tradition im Weinbau feiert man in Bad Neuenahr-Ahrweiler alljährlich folgende Wein- und Winzerfeste: jeweils zu Pfingsten -GEBIETSWEINMARKT der Ahr (aller Ahrwinzer) in Ahrweiler ( Marktplatz) 3.Wochenende im Juli: BURGUNDERFEST in Bad Neuenahr 3.Wochenende im August - HISTORISCHES WEINFEST in Heimersheim 4. Wochenende im August ländliches WEINFEST in Walporzheim mit Umzug und Feuerwerk. www.walporzheim-ahr.de 1. Wochenende im September großes Ahrweiler WINZERFEST 2. Wochenende im September - Ahrweiler WEINMARKT und ALTSTADTFEST 3. Wochenende im September künstlerisches WEINFEST Bachem, Umzug am Sonntag (Weitere Weinfeste der Umgebung: 3. WE im Sept - Weinfest in Remagen / 3. WE im September - Weinfest in Rech / 4. WE im Sept. - Winzerfest in Dernau / 4. WE im Sept. (Sa.) Eröffnung der Weinfestwochen am Weinbrunnen Altenahr / Alle WE im Okt. - Weinfest in Mayschoß und Altenahr ) AhrWeinForum Ahrweiler (Weinkunde-Museum) Erleben -
Weinbau im Zeitspiegel - Verstehen - Den Alltag
der Winzer - Genießen - Den Wein von der
Ahr: Das AhrWeinForum verbindet auf eindrucksvolle Weise wirtschaftliche und kulturhistorische Interessen rund um den Weinbau des Ahrtals. Es zeigt auf dem historischen Gelände des Ahrweiler Winzervereins die erste Ausstellung zur Kulturgeschichte des Weinbaus an der Ahr vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Die Ahrweiler Schützengesellschaften Die mittelalterliche Wehrverfassung der kurkölnischen Stadt Ahrweiler stellte den Bürgern eine zweifache Aufgabe. 1. Die Selbstverteidigung der Stadt. Die Bürger hielten Stadtmauer, Stadttore, Wall und Graben in bestem Verteidigungszustand und verteidigten die Stadt mit Mannesmut und oft unter Einsatz von Blut und Leben. 2. Bei Kriegsaufgebot des Landesherren waren die Bürger zur Heerfolge verpflichtet. Als Mittelhauptstadt von Kurköln hatte Ahrweiler drei Heereskarren mit 36 bis 72 Mann zu stellen. Die Ahrweiler Schützen sorgten aber auch immer wieder für Ruhe und Ordnung im Ahrtal. So wie sie bereits 1372 durch Zerstörung der Burg Neuenahr die Raubritter endgültig aus dem Ahrtal vertrieben, so schafften sie 1715 wieder Ordnung und Sicherheit im Ahrtal, in dem sie das Räubernest auf der Burg Are bei Altenahr aushoben. Die Entstehung der St. Sebastianus- Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler geht zurück ins 14. Jh., Unterlagen weisen aus, dass diese im Jahre 1403 bestand. Die Aufgaben der Bürgerschützen im alten Ahrweiler waren vielseitig. Bis in unsere Zeit begleiten die Schützen nach alter Tradition den Fronleichnamszug und feiern alle drei Jahre ihr großes Schützenfest, welches am Dreifaltigkeitssonntag mit dem Königsvogelschießen in der Quarzkaul beginnt. Unter Glockengeläut, Böllerschießen und Händels majestätischer Melodie "Tochter Sion freue dich!" wird der neue König am Abend in die Stadt geleitet. In den späten Abendstunden beginnt dann der weithin bekannte historische und in seiner Art einmalige TRINKZUG, bei dem die Ahrweiler Bürger ihren Schützen edelsten Wein kredenzen. So wurde auch im Mittelalter der Schützenkönig den geistlichen und weltlichen Behörden, den Adels- und Klosterhöfen vorgestellt und mit Zutrunk geehrt. Neben der St. Sebastianus- Bürgerschützengesellschaft besteht die über 400 Jahre alte Junggesellen- Schützengesellschaft, die jährlich einen neuen König ermittelt und jährlich das Schützenfest zu Fronleichnam feiert. Bis ins 17. Jh. geht die Existenz der Aloisius-Schützen der Schuljugend zurück, die ebenfalls alljährlich ihr Schützenfest am Aloisiustage feiert. Die Huteneinteilung im alten Ahrweiler Nach den 4 Toren seines Mauerberings ist Ahrweiler in vier Stadtbezirke eingeteilt, die Huten genannt: Oberhut, Ahrhut, Niederhut und Adenbachhut. Ursprünglich Weidehuten der städtischen Almende, wurden diese auch bald Wehrhuten zur Verteidigung, soziale Gemeinschaften zur Unterstützung der Kranken und Armen und schließlich eine Art Sondergemeinschaften oder Stadtbezirke mit Rechten und Pflichten, vor allen Dingen aber bei der Umlage und Erhebung on Steuern und Abgaben und bei vielfachen Sachleistungen. Den innerstädtischen Huten waren die immer zu Ahrweiler gehörenden Dörfer Bachem, Walporzheim und Marienthal gleichgestellt. Die alte Einteilung der Huten ist auch heute lebendig in den Namen der wichtigsten Straßen: Oberhut-, Niederhut-, Ahrhut und Adenbachhutstraße; den Hutengemeinschaften mit ihren Patronatsfesten, den Junggesellenvereinen der vier Huten und den Martinsfeuern jeder Hut mit oft eindrucksvollen Schaubildern auf halber Bergeshöhe der Hut und dem Lumpenfackelzug zum Hutentor, dem später der gemeinsame Martinsfackelzug der nach Huten geordneten Kindern folgt und schließlich den alten und noch im und nach dem letzten Kriege genannten Backhäusern der Huten, "Backes" genannt, welche heute liebevoll renoviert und gepflegte Begegnungsstätten der Hutenbewohner sind. Der Kalvarienberg Ahrweiler Bis Mitte des 15. Jh. "Kop" = Richt- und Hinrichtungsstätte, 1440 entdeckte ein Ritter nach einer Pilgerfahrt ins Heilige Land ähnlichkeiten der zum Erzstift gehörenden Stadt Ahrweiler mit Jerusalem. Er verglich die Ahr mit dem Bache Cedron, den Hügel "Kop" mit dem Berg Golgotha oder Calvaria und dessen Entfernung vom Prätorium des Pilatus in Jerusalem mit der Distanz "Kop" zur Kirche St. Laurentius. Daraufhin erfolgte die Verlegung der Richt- und Hinrichtungsstätte ins Gebiet der heutigen Ellig und der Bau einer Kapelle auf dem "Kalvarienberg", der sich zum Wallfahrtsort entwickelte. Verehrt wird hier bis auf den heutigen Tag das Kreuz einer Kreuzigungsgruppe aus dem 15. Jh. 1627 wurde eine größere Kapelle errichtet, 1629 folgte der Bau eines Klosters, in welches 1630 die Franziskaner einzogen, die das im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaute "Franziskanerkloster Kalvarienberg" erst 1803 in der Zeit der Säkularisation im Anschluss an die franz. Revolution verließen. 1806 ersteigerte der Ahrweiler Vikar Jakob Giesen das Anwesen und gründete dort eine Private Knabenschule. Nachdem Giesen 1827 verstorben war, übernahm die "Berggesellschaft", eine Gemeinschaft von Ahrweiler Bürgern, den Besitz, den sie am 28.08.1838 den Ursulinen übergaben. Niemand hätte damals geahnt, dass diese bescheidene Neugründung sich im Laufe einiger Jahrzehnte zum Mutterhaus einer staatlichen, vieler Töchter umfassenden Kongregation und zu einem weit und breit bekannten Mittelpunkt weiblicher Bildung entwickeln würde. Neben dem Kloster besteht dort heute ein Gymnasium, das sich aus der bereits im Jahre 1838 von den Ursulinen gegründeten "Töchterschule" über die Form eines Lyzeums und Oberlyzeums zur heutigen Form entwickelte und von mehreren hundert Schülerinnen besucht wird. Ferner die 1953 gegründete Realschule mit ebenfalls mehreren hundert Schülerinnen und ein Internat sowie ein Halb-Internat. Seit 1998 dürfen auch Jungen das Gymnasium besuchen. Der am Fuße des "Berges" gelegene Kindergarten der Ursulinen zählt in fünf Gruppen über 100 Kinder.
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