Das Weinanbaugebiet der Ahr ist das "Rotweinparadies Deutschlands". Herrliche Weine lassen weltweit Kenner schwärmen. Nirgendwo sonst ist der "Blaue Spätburgunder" so temperamentvoll und samtig, der "Portugieser" so mild und feinfruchtig. Doch die Winzer der Ahr ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Die Begeisterung für die eigene Kunst lässt sie unaufhörlich arbeiten - an sich und an ihren Weinen. Traditionsbewusstsein und Experimentierfreude sind dabei starke Triebfedern, sind Motivation für Innovation. Im Weinberg und im Keller.
Und Mutter Natur hilft kräftig mit, deshalb können die Winzer jährlich neue, andere, noch bessere Weine in ihre Flaschen und Fässer füllen. So wird jede Reise an die Ahr, ins "Tal der roten Traube" auch für Stammgäste immer wieder zu einem Erlebnis. Sie wird jedes Jahr aufs neue zum Erlebnis Ahrwein weil der Besuch der Ahr zum Rendezvous mit einer außergewöhnlichen Landschaft wird. Tief hat sich die Ahr ins Schiefergebirge gegraben, der malerische Fluss windet sich in engen Bögen dem Rhein entgegen. Doch die Enge des Tales hat weit nördlich der Alpen südliche Folgen.
Im Schutz der Eifel, durch den Zustrom milder Luft vom Rhein her, entwickelt sich im Ahrtal ein mediterranes Klima. Dieses sind optimale Voraussetzungen für einen wunderbaren Wein. Wen wundert's dass bereits die Römer dieses Geschenk der Natur angenommen haben. Sie pflanzten die ersten Reben, leerten manchen silbernen Becher nach getaner Arbeit. Eindrucksvoller Beweis ihrer Anwesenheit ist das Museum "Römervilla" in Ahrweiler, das seine Besucher in die Vergangenheit entführt. Steinerne Zeugnisse langer Winzertradition sind auch uralte Weinbergterrassen. Schwalbennestern gleich scheinen sie an den steilen Hängen der Talwände zu kleben. Ihr steiniger Boden und die schroffen Felsen geben nachts Wärme zurück, die sie im Laufe des Tages speichern. Die Trauben werden rund um die Uhr verwöhnt. Dankbar nehmen die Winzer der Ahr diesen natürlichen "Vorschuss" entgegen. Mit viel Respekt und äußerst behutsam greifen sie in das Geschehen ein, um die Qualität ihrer Weine noch zu steigern. Etwa bei der Schädlingsbekämpfung: Der Ahrwinzer verlässt sich auf ein Heer von natürlichen Helfern. Solchen Nützlingen gewährt er vielfach Unterschlupf im Grün zwischen den Rebzeilen. Zurückhaltung ist auch die Devise beim Ertrag: Früh im Jahr werden die Reben stark zurückgeschnitten. Dies verringert zwar die Erntemenge, steigert aber deren Klasse. Hohe Öchsle-Grade sind der Dank.